Schöpfungsbericht vom Strich, den es zum Bilde zieht.

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Karin Mairitsch zeigt im Rahmen der Gemeinschaftsausstellung eine themenbezogene Werkzusammenstellung, mit der sie aktuelle Arbeiten in ähnlichem Duktus zueinander ordnet und eine formale Verwandtschaft entwirft, die sich vorrangig durch die Linienführung äussert. Den ausgewählten Exponaten ist die Suche nach dem Schöpfungspotenzial, das dem Strich in seiner mitunter spannungsgeladenen Setzung auf der Fläche innewohnt, gemeinsam.

  1. Schattenspur der Blumenweide
    Schattenspur der Blumenweide
    Mischtechnik auf Papier
    60×50cm
    Luzern, Schweiz
  2. Entwirrter Knäuel
    Entwirrter Knäuel
    Mischtechnik auf Papier
    60×50cm
    Luzern, Schweiz
  3. Eintauchen
    Eintauchen
    Mischtechnik auf Papier
    60×50cm
    Luzern, Schweiz
  4. Explosiver Gedankengang
    Explosiver Gedankengang
    Mischtechnik auf Papier
    60×50cm
    Luzern, Schweiz
  5. Löschfeuer
    Löschfeuer
    Mischtechnik auf Papier
    60×50cm
    Luzern, Schweiz
  6. Befreiungsakt der Krawatte
    Befreiungsakt der Krawatte
    Mischtechnik auf Papier
    60×50cm
    Luzern, Schweiz
  7. Elektrisierter Torso
    Elektrisierter Torso
    Mischtechnik auf Papier
    60×50cm
    Luzern, Schweiz
  8. o.T.
    o.T.
    Öl auf Leinwand
    120×100cm
    Luzern, Schweiz
  9. o.T.
    o.T.
    Öl auf Leinwand
    65×100cm
    Luzern, Schweiz
  10. Tränen der Mutter, die den Sohn sich wünschte. Stabat mater.
    Tränen der Mutter, die den Sohn sich wünschte. Stabat mater.
    Öl auf Leinwand
    65×100cm
    Luzern, Schweiz

Bei den ausgewählten Arbeiten handelt es sich einerseits um Ölgemälde, die in kräftig wildem Duktus und luftig weicher Farbgebung zwischen Linie und Fläche changieren, sich einander ergänzen und weiten. Zum anderen präsentiert die Künstlerin einen eigens für die Ausstellung angefertigten Zyklus auf Papier, der im Spiel zwischen Zeichnung und Monotypie gleichsam den Strich und sein Verhältnis zur Fläche aufgreift.

Den Strichen ist ihr leidenschaftliches Queren der Fläche gemeinsam. Mit ihrer präzisen Setzung strukturieren sie in vertraute Komposition. Ihre Dynamik dirigiert den betrachtenden Blick und sein Schweifen. Der kraftvolle Farbauftrag und die geworfenen Spuren lassen einen fast ekstatischen Schöpfungsakt vermuten. Die Anmutung erinnert dabei an eine in Eile hingeworfene Schrift, ähnlich einer Depesche, die rasch an ihr Ziel gebracht werden möchte. Gleichzeitig scheinen diese Striche dem Bedürfnis nachzugehen, sich zur Fläche zu sammeln, gemeinsam raumgreifend, rund und flächenbetont zu sein, sich füreinander zu öffnen und einander zu weiten. Zwischen den beiden ist ihr Bündnis spürbar, welches unaufhaltsam und fernweg bewusster Entscheidungen zur Bildwerdung zieht.